Mobbing in Deutschland – Statistiken, Formen & Entwicklungen

Mobbing – also systematisches, wiederholtes Schikanieren und Ausgrenzen – ist in Deutschland ein weit verbreitetes Phänomen, das in verschiedenen Lebensbereichen auftritt: in der Schule, am Arbeitsplatz und zunehmend auch im digitalen Raum (Cybermobbing). Trotz wachsender Aufmerksamkeit bleibt es ein ernstes gesellschaftliches Problem mit langfristigen Folgen für die Betroffenen.


1. Mobbing in der Schule

Häufigkeit unter Schüler*innen

  • Laut der aktuellen HBSC‑Studie 2022 gaben rund 14 % der befragten Jugendlichen (11–15 Jahre) an, direkt Erfahrungen mit klassischem Mobbing in der Schule gemacht zu haben.
  • Etwa 7 % berichteten, dass sie schon einmal Opfer von Cybermobbing wurden. (Robert Koch-Institut)

Das bedeutet: mehr als jeder zehnte Schüler erlebt regelmäßig Mobbing im Schulalltag – ob physisch, verbal oder online. (Robert Koch-Institut)

Unterschiede nach Gruppen

  • Jugendliche, die sich als genderdivers identifizieren, berichten deutlich häufiger von Mobbingerfahrungen als ihre cis‑geschlechtlichen Altersgenoss*innen. (Robert Koch-Institut)

Kontext & Trends

  • Während traditionelles Schulmobbing über die letzten Jahre insgesamt tendenziell etwas zurückging, ist Cybermobbing seit 2017/18 gestiegen. (edoc-Server)

2. Mobbing am Arbeitsplatz

Häufigkeit unter Erwerbstätigen

  • Eine aktuelle repräsentative Studie der Universität Leipzig (BMAS/BAuA) zeigt, dass etwa 6,5 % der Beschäftigten in Deutschland innerhalb eines Jahres von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen sind – etwa durch Ausgrenzung, ständige Kritik, übermäßige Kontrolle oder soziale Isolation. (Universität Leipzig)

Altersunterschiede:

  • Besonders stark betroffen sind junge Beschäftigte zwischen 18 und 29 Jahren (ca. 11,4 %), während ältere Arbeitnehmer seltener betroffen sind (z. B. ca. 3,2 % bei 50–59‑Jährigen). (Universität Leipzig)

Mobbing am Arbeitsplatz trifft also nicht nur einzelne Personen, sondern ist ein strukturelles Problem, das besonders jüngere Arbeitnehmer*innen betrifft. (Universität Leipzig)

Vergleichswerte

  • Frühere Erhebungen kommen – je nach Definition und Messmethode – auf 4–7 % Mobbingbetroffene innerhalb eines Jahres bei der Erwerbstätigenbevölkerung in Deutschland. (Therapie.de)

3. Cybermobbing & digitale Formen

  • Neben klassischem Mobbing nimmt Cybermobbing zu – insbesondere in sozialen Netzwerken, Messengern und Chats. Studien zeigen, dass ein signifikanter Teil der Jugendlichen bereits Erfahrungen mit digitaler Schikane gemacht hat. (Robert Koch-Institut)

Cybermobbing unterscheidet sich dadurch, dass es rund um die Uhr stattfinden kann und oft eine größere Öffentlichkeit erreicht, was die psychischen Belastungen der Opfer verstärken kann. (edoc-Server)


4. Wirkungen & Bedeutung

Mobbing wirkt sich nicht nur kurzfristig aus, sondern kann langfristige psychische Folgen haben:

  • Erhöhte Angst‑ und Stresssymptome
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schul‑ oder Arbeitsvermeidung
  • Depressive Verstimmungen oder psychosomatische Beschwerden

Diese Folgen sind besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gravierend, da sich dort soziale Identität und Selbstbild stark entwickeln. (aus Fachliteratur und Forschungsliteratur zu Mobbing, allgemein belegt)


5. Fazit & gesellschaftliche Relevanz

Mobbing ist in Deutschland kein Einzelfall, sondern ein breit verbreitetes Phänomen, das verschiedene Alters‑ und Lebensgruppen betrifft:

  • Schule: Rund jede/r zehnte Jugendliche erlebt Mobbing oder Cybermobbing im Schulalltag. (Robert Koch-Institut)
  • Arbeitswelt: Etwa 6,5 % der Beschäftigten berichten von Mobbing im Job. (Universität Leipzig)
  • Cybermobbing: Digitale Formen nehmen zu und verstärken die Problematik. (edoc-Server)

Mobbing belastet Betroffene stark – sozial, psychisch und oft über Jahre hinweg. Daher sind Prävention, Sensibilisierung und systematische Interventionsmaßnahmen in Schulen, am Arbeitsplatz und im digitalen Raum entscheidend, um Betroffene zu schützen und das Klima in Gemeinschaften zu verbessern.


Wenn du möchtest, kann ich den Beitrag mit Tipps zur Prävention & Hilfe oder mit Alters‑ bzw. Gruppenvergleichen ergänzen!

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