1. Als Eltern des Opfers mit den Eltern des/der Täter sprechen  

Verschlimmerung zu 100% der Fälle

Die Eltern des Täters werden ihr Kind entweder in Schutz nehmen und damit das aggressive Verhalten billigen oder sie bestrafen und der Täter lernt am Modell der Eltern, dass "Strenge" im Umgang mit anderen eine angemessene Strategie ist. Beide Alternativen bedeuten für das Opfer weitere Viktimisierung.
 
2. Als Eltern des Opfers mit dem/den Täter/n sprechen.  

Die Eltern des Opfers werden entweder versuchen Mitgefühl beim Täter zu wecken oder dem Täter zu "drohen". Das direkte Einschreiten der Eltern des Opfers interpretiert der Täter als Schwäche des Opfers, sich nicht selbst wehren zu können fühlt sich selbst aufgewertet. "Droht" man dem/den Täter/n hingegen, setzt man selbst eine aggressive Strategie ein, was dazu führt, dass der/die Täter das Opfer für das "Petzen" bestrafen (Aggression verstärkt Aggression).

3. Das Opfer mit zu sämtlichen Lehrergesprächen mitzunehmen.

Lehrende neigen dazu, die Schuld für das Mobbing zunächst beim Opfer zu suchen. Opfer hingegen neigen nach einiger Zeit dazu, sich selbst die Schuld am Mobbing zuzuschreiben. Eine Konfrontation mit den Lehrenden ist für das Opfer in jedem Fall emotional sehr schwierig und kann Schuldgefühle beim geschwächten Opfer verstärken.


Auswirkungen auf Mobbingopfer, wenn ELTERN

a) mit dem (Klassen-)Lehrer reden
Verbesserung in 6% der Fälle
Keine Veränderung in 74% der Fälle
Verschlimmerung in 22% der Fälle

b) mit dem Schulleiter reden
Keine Verbesserung in 86% der Fälle
Verschlimmerung in 24% der Fälle

c)mit dem Beratungslehrer/Vertrauenslehrer reden
Verbesserung in 14% der Fälle
Verschlimmerung in 67% der Fälle

d)mit dem schulpsychologischen Dienst reden
Verbesserung in 20% der Fälle
Verschlimmerung in 24% der Fälle

Grund:
Das übliche Reaktionschema der Schule ist die Anwendung der Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, die im Schulgesetz verankert sind. Lehrer haben immer noch NICHT begriffen, dass die Anwendung der o.g. Maßnahmen oder Streitschlichter im Falle von Mobbing NICHT dauerhaft helfen!

Mobbing ist ein gruppendynamischer Prozess, an dem alle beteiligt sind, LEHRER, SCHÜLER, ELTERN. Eine einseitige Zuordnung auf TÄTER-OPFER muss scheitern. Die Lösung des Mobbingprozesses geht demzufolge alle an.

 

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Der Schule sind dazu


Das Interventionskonzept von Dan Olweus" (Juli 2007) 1 und
der
No Blame Approach - Mobbing-Interventionsansatz ohne Schuldzuweisung", (Mai 2010)2 zu empfehlen.


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1 Olweus, Dan Gewalt in der Schule. Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können (Broschiert) , Huber, Bern 2006
2 Unter
http://www.no-blame-approach.de oder hier

Weiterführende Informationen zu Mobbing

Quellen:

1) Mobbing Telefon Projekt
Universität München, Marja Kulis Betreuung
Prof.Dr. Mechthild Schäfer , Institut für pädagogische

Psychologie und empirische Pädagogik
und

Universität Freiburg , Katharina Häberle, Jutta Trapp, Stepanie Stadelmann, Sabine Pulm

Holger Dickhut. Betreuung  Dr. Hans Wolfgang Linster, Institut für Entwicklungspsychologie

Internet:
http://www.schule-bw.de/lehrkraefte/beratung/beratungslehrer/auffaelligkeiten/mobbing/mobbing1.pdf

wenn der Link nicht (mehr) funktioniert   hier downloaden.


2)
Gewalterfahrungen von Kindern und Jugendlichen

R. Schlack · H. Hölling2

Robert Koch-Institut, Berlin, BRD

Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2007 · 50:819–826 DOI 10.1007/s00103-007-0245-3

© Springer Medizin Verlag 2007


Internet:
http://www.kiggs.de/experten/downloads/Basispublikation/Schlack_Gewalt.pdf

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