Definition von Mobbing

Der Begriff Mobbing geht zurück auf den Verhaltensforscher Konrad Lorenz. Er studierte das Verhalten von Wildgänsen und bezeichnete als Mobbing das aggressive Verhalten von mehreren Gruppenmitgliedern  gegen ein einzelnes Tier, um dieses zu vertreiben.

( Siehe: Konrad Lorenz, Das sogenannte Böse: Zur Naturgeschichte der Aggression, DTV (Januar 1998))

Peter-Paul Heinemann, von Lorenz beeinflusst, untersuchte Gewalt bei Kindern an Schulen (Gymnasien) und bezeichnete die kindliche Gruppengewalt gegen Kinder als Mobbing (s. Leymann 1995, S. 14).

( Siehe: Leymann, Heinz mobbing. Psychoterror am Arbeitsplatz Rowohlt Hamburg 1993 )

Olweus sieht die enge Verbindung von Gewalt und Mobben und definiert folgendermaßen: Ein Schüler oder eine Schülerin ist Gewalt ausgesetzt oder wird gemobbt, wenn er oder sie wiederholt oder über eine längere Zeit den negativen Handlungen eines oder mehrerer Schüler oder Schülerinnen ausgesetzt ist. (Olweus 1999, S. 22)

(Siehe: Olweus, Dan, Gewalt in der Schule. Was Lehrer und Eltern wissen sollten - und tun können, Huber, Bern, 2006 ) 

Zusammenfassung

  • Mobbing sind Handlungen negativer Art, die vorsätzlich durch einen oder mehrere Personen gegen eine Mitschülerin oder einen Mitschüler gerichtet sind.
  • Mobbing kommt über einen längeren Zeitraum vor. 
  • Mobbing  erfordert, dass zwischen dem Opfer und dem Täter (oder der Gruppe von Tätern) ein Ungleichgewicht der Kräfte herrscht, das sich auf körperliche oder psychische Stärke beziehen kann. 
  • Es handelt sich nicht um Mobbing, wenn zwei gleich starke Schüler miteinander streiten


Gruppierung und Beschreibung

Opfer ist immer eine Einzelperson

Täter/Mobber: Das sind maximal 3 Personen. Sie sind diejenigen, die die Attacken durchführen oder veranlassen.
Mitläufer: Unterschiedliche, aber immer relativ wenige Mitschüler
Restliche Gruppe: Der Großteil einer Lerngruppe ist primär unbeteiligt. Folgende Reaktionen sind möglich: 

  • Faszination von dem täglichen Schauspiel
  • Fühlen sich abgestoßen, empfinden Angst
  • Falscheinschätzung (ist doch nur Spaß)
  • Sozial kompetente Schüler versuchen erfolglos einzugreifen
  • das große Schweigen (nicht petzen!)

Typische Handlungen negativer Art (Mobbing):

  • Anschreien oder lautes Schimpfen.
  • Ständige Kritik an der Arbeit.
  • Ständige Kritik am Privatleben.
  • Telefonterror.
  • Mündliche Drohungen.
  • Schriftliche Drohungen.
  • Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke oder Gesten.
  • Man spricht nicht mehr mit dem Betroffenen.
  • Man lässt sich nicht ansprechen.
  • Man verbreitet Gerüchte.
  • Man macht jemanden lächerlich.
  • Man verdächtigt jemanden, psychisch krank zu sein.
  • Man macht sich über eine Behinderung lustig.
  • Man imitiert den Gang, die Stimme, oder Gesten, um jemanden lächerlich zu machen.
  • Man greift die politische oder religiöse Einstellung an.
  • Man macht sich über das Privatlebenlustig.
  • Man macht sich über die Nationalität lustig.
  • Man ruft ihm/ihr obszöne Schimpfworte o. a. entwürdigende Ausdrücke nach.
  • Sexuelle Annäherungen oder verbale sexuelle Angebote.
  • Man gibt ihm sinnlose Arbeitsaufgaben.
  • Man gibt ihm Aufgaben weit unter seinem Können.
  • Man gibt ihm ständig neue Aufgaben.
  • Androhung körperlicher Gewalt.
  • Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um jemandem einen "Denkzettel" zu verpassen.
  • Körperliche Misshandlung.
  • Man verursacht Kosten für den/die Betroffene, um ihm/ihr zu schaden.
  • Man beschädigt Schulsachen, persönliche Gegenstände, Kleidung
  • Sexuelle Handgreiflichkeiten.
Mobbing in Schulen * Gutenbergstr. 9 * 72585 Riederich * 07123-381613 * info(at)mobbing-in-schulen(dot)de